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Tapfheim, 10.05.2016

Zwölf Tage vom Entschluss bis zum Abflug - Gabriele Schmid nimmt die Zuhörer mit auf den "Camino"

Am vergangenen Dienstag war Gabriele Schmid in der Gemeindebücherei zu Gast und berichtete in einer spannenden und zugleich berührenden Lese-Erzählung über ihre Pilgerreisen entlang des Jakobswegs.
Jakobsweg - Nachbericht 1

„Der Rucksack muss dein Freund sein.“ „Wenn ich nicht auf einer Kuhweide übernachten will, muss ich mich zusammenreißen.“ „Hygienische Ansprüche fahren auf unterstem Niveau.“ Dies sind nur einige Zitate von Gabriele Schmid, die nicht  sonderlich verlockend klingen. Was macht das Pilgern auf dem Jakobsweg dann erstrebenswert? Es sind die großartigen Momente die sie beschreibt, die Freundschaften fürs Leben, die sie geschlossen hat und den Dank an ihren Schutzengel, der sie auf wundersame Weise geführt und angespornt hat.


Zweimal ist sie ihn bereits gegangen, den wohl berühmtesten Pilgerweg. Je fünf Wochen lang. Beim ersten Mal, im September 2012, vergingen genau zwölf Tage vom Ausspruch „Ich gehe den Jakobsweg!“, bis zum Abflug nach Bilbao. Durch eine Entzündung gehandicapt, werden es „nur“ 454 gewanderte Kilometer von Pamplona bis zur Kathedrale nach Santiago de Compostela. 2013 sind es dann 635 km. Von Burgos bis nach Finisterre - dem Ende der Welt - und zur Kirche von Muxía.


Viele Zuhörer sind an diesem Abend in die Tapfheimer Gemeindebücherei gekommen. Sie hängen der Peregrina ab der ersten Minute an den Lippen und fühlen sich mitgenommen auf den Weg. Das soll sich gute zwei Stunden nicht ändern. Mit einem Enthusiasmus schildert sie unglaubliche Dinge und Fügungen, als ratsche sie mit einer guten Freundin. Accessoires und Bilder vom Camino hat sie dabei. Auch die beiden „Freunde“ - ihren roten und türkisfarbenen Rucksack. Da man bekanntlich beim zweiten Mal schlauer ist, schulterte sie ein besser sitzendes Damenmodell.


Eingebungen ihres Schutzengels befolgt sie. Auch die, ein Buch zu schreiben. Daraus sind mittlerweile zwei geworden. Ebenfalls eine englische Ausgabe ihres Erstlingswerkes. Auf Geheiß ihres Himmelsfreundes, trägt sie es auf der zweiten Reise - neugewonnenen Freunden zum Dank - nach Santiago de Compostela. Zurück zu seinem Ursprung. Lebendig, ehrlich und humorvoll sind die Bücher, genauso wie es ihre Art ist zu erzählen.


Einige Episoden liest sie aus ihren Büchern vor: Besonders amüsant die Geschichte, als sie mitten im Niemandsland so dahinsagt: „Ich wünsche mir hier und jetzt einen Kiosk, wo es heißen Kaffee gibt.“ Wenige Kilometer weiter taucht unvermittelt eine Hütte aus Zeltplanen auf, in der doch tatsächlich das ersehnte Getränk ausgeschenkt wird. Ihr Tagesbegleiter zweifelt augenblicklich an seinem Verstand und fragt sich, mit wem er da eigentlich gerade unterwegs sei. So bekommt die Hütte den Namen „Café Wahnsinn“ verpasst.


„Jeder zahlt sein Lehrgeld auf diesem Pfad: Wegverfehlungen, Rücksendung von Übergepäck - allem voran der heißgeliebte gelbe Fön, sich lösende Zehennägel, etc. Auf der anderen Seite begegnen einem traumhaft schöne Wolkenformationen, mystische Wälder und so manch magische Unterkunft mit liebenswerten Herbergsmüttern und -vätern. Es ist unglaublich, wie der Weg dein Leben verändert“, berichtet die Pilgerin. Das Ankommen in Santiago de Compostela ist für jeden Pilger ein ganz persönlicher Moment mit unterschiedlichsten Gefühlen. „Hola, schön, dass du gekommen bist!“, scheint die Kathedrale die zahlreichen Wanderer zu begrüßen.


Mit einem „Buen Camino von Herzen“ verabschiedet sich Gabriele Schmid beim tief beeindruckten Publikum, um danach bei einem Umtrunk viele persönliche Fragen zu beantworten.

Büchertipps:
Die Wunder des „Camino“ ISBN: 978-3-00-047554-2
Den Schutzengel im Rucksack ISBN: 978-3-00-048187-1
Infos unter: http://www.die-wunder-des-camino.de

 

Jakobsweg - Nachbericht Bild 2

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