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Tapfheim, 24.02.2016

Flutpolder: Es geht auch anders - Nachbericht zur Veranstaltung am 22. Februar

Am Montagabend, 22. Februar 2016, wurden im brechend vollen Gasthaus Lamm in Schwenningen Alternativgutachten zu den geplanten Flutpoldern vorgestellt.

Nach den Begrüßungsreden des Schwenninger Bürgermeisters Schilling, Bürgermeister Malz und den Grußworten der Abgeordneten der Freien Wähler, Dr. Leopold Herz und Johann Häusler, stellte zuerst Dr. Mainardy vom Büro BGI (Beratende Geoingenieure Würzburg) seine hydrologische Studie zum Staustufenmanagement am bayerischen Oberlauf der Donau und den Zuflüssen Lech und Iller vor, das von den Freien Wählern in Auftrag gegeben worden war.


Nach seinen Erkenntnissen kommen die größten Wassermassen aus dem Alpenraum, deshalb müssten die südlichen Zuflüsse der Donau zuerst betrachtet werden. Durch das rechtzeitige Absenken der Staustufen im Lech, das Ausbaggern der Stauseen und das rechtzeitige Absenken des Forggensees bei Hochwasser um 1 m sowie besserer Steuerung der Staustufen an Iller und Wertach würden insgesamt 62 Mio. m³ Rückhaltepotential entstehen. Allein dadurch könnten viele Polder überflüssig werden, wenn man vergleicht, dass die vier Polder zwischen Dillingen und Tapfheim gerade mal 36 Mio m³ Fassungsvermögen hätten. Die Staustufen in der Donau sollten ebenfalls ausgebaggert und richtig gesteuert werden. Durch die Renaturierung von ehemaligen Altwasserarmen und Mooren  könnte  weiterer Retensionsraum geschaffen werden. Auch die Leistungsfähigkeit des Riedstroms könnte erhöht werden, wenn dafür endlich eine faire Entschädigung gezahlt würde.


Die Schlussfolgerung von Dr. Mainardy war: Flutpolder dürfen erst gebaut werden wenn alle anderen Maßnahmen ausgeschöpft sind und alle Zuflüsse mit in den Hochwasserschutz mit einbezogen wurden!

 

Der zweite Vortrag war die Masterarbeit von Frau Sarah Schumann von der Hochschule Biberach: „Alternativen zum Flutpolder Schwenningen-Tapfheim“. Anhand historischer Abflussmengen am Pegel Donauwörth sei erkennbar, dass das größte jemals gemessene Hochwasser in Donauwörth einem HQ50 entsprach. Deshalb stellte Frau Schumann die Fragen: Wird es hier jemals ein HQ100 geben? Wird hier wirklich ein Polder benötigt, der erst ab HQ100 zum Einsatz kommt?

 

Frau Schumann bemängelte an der Studie der TU München, dass dabei mehrere wichtige Belange außer Acht gelassen wurden. Die Zuflüsse Schmutter und Zusam wurden nicht betrachtet. Das Auslaufbauwerk wurde nicht geplant, es fehlt ein Grundwassermodell. Ökologische Flutungen führten zu Artensterben im FFH-Gebiet und zu Schadstoffeintrag auf die Felder und Ernteausfall. Frau Schumann kam zu dem Ergebnis, dass Deichrückverlegung, Rückhaltebecken an den Zuflüssen und gezielte Staustufensteuerung der bessere Hochwasserschutz ist.

 

Mit der anschließenden Podiumsdiskussion und den Fragen aus dem Publikum ging der sehr informative Abend zu Ende.

 

Gerhard Kaltner

Interessensgemeinschaft "Hochwasserschutz Ja - Polder Nein"

 

 

Flutpolder - Es geht auch anders

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