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Tapfheim, 30.11.2015

IG Polder: Nachbericht zum überregionalen Diskussionsforum in Bertoldsheim

Am Mittwoch, 25.11.2015, fand das 4. Polder-Diskussionsforum mit dem Thema "Land- und Forstwirtschaft und Hochwasserschäden" in Bertoldsheim statt.

Die komplette Veranstaltung machte den Eindruck, dass die Anwesenden in der völlig überfüllten Schlossgaststätte in die Irre geführt werden sollten. Die Vorträge zeigten Beispiele aus Überflutungen am Inn 1999 und 2013. Von Schäden durch Polder war keine Rede. Herr Schnellhammer vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Passau präsentierte im ersten Vortrag erschreckende Bilder, wie Felder nach einer Überflutung aussehen können und welche Maßnahmen nötig sind, um die ca. 30 cm dicke Schicht aus Sand und Schlamm zu entfernen.


Frau Müller von der Landesanstalt für Landwirtschaft referierte über die sehr unterschiedichen Folgen der Schadstoffkontamination nach einer Überflutung. Während Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW) nach ca. einem Jahr größtenteils abgebaut sind, werden Schwermetalle wie Blei, Cadmium, Chrom, Quecksilber und Zink nie abgebaut und bleiben für immer im Boden.

 

Beim Vortrag von Frau Walter (Landesanstalt für Landwirtschaft) über das Bodenleben nach einer Überflutung sollte suggeriert werden, dass die Bodenorganismen, allen voran die Regenwürmer, keinen Schaden nehmen würden. Ganz im Gegensatz zu der Aussage von Dr. Damm (Uni Karlsruhe) bei der letzten Veranstaltung in Mertingen, der vom Totalverlust dieser Lebewesen nach einigen Tagen unter Wasser sprach.


Bei der anschließenden Diskussionsrunde brachte Herr Birk (Regierung von Niederbayern) zum Thema Entschädigung eine erschreckende Variante: Wenn eine Fläche nicht mehr hergestellt und damit entschädigt werden kann, wird diese vom Freistaat abgekauft - enteignet!


Dr. Binder von der Bayerischen Forstverwaltung referierte über die Hochwassertoleranz verschiedener Baumarten und ökologische Flutungen.


Beim letzten Vortrag ging es um den Flächenbedarf am Beispiel des Polders Riedensheim, bei dem auch gleichzeitig mit dem Bau auch eine (Zwangs-)Flurbereinigung durchgeführt wird. Eine solche Flurbereinigung wird es vermutlich auch beim Polder Schwenningen/Tapfheim geben, denn der Flächenbedarf für die Bauwerke und Dämme wird hier noch größer sein als in Riedensheim.


Das Fazit dieser vier „Diskussionsforen“ ist leider ernüchternd. Trotz vieler negativer Folgen hält unsere Staatsregierung und deren Fachbehörden am Plan fest, die Polder zu bauen - ohne Rücksicht auf die Menschen und die Zerstörung ihrer Heimat. Genau so wie im Statement der Staatsregierung letztes Jahr in Höchstädt: „Wir wollen die Polder und wir bauen die Polder“. Wir müssen uns auf einen langen und von Seiten der Politik unfairen Kampf einstellen.

Den ungekürzten Artikel finden Sie auf unserer Internetseite www.flutpolder-schwenningen-tapfheim.de unter Aktuelle Termine und Aktionen.

 

 

Interessensgemeinschaft "Hochwasserschutz Ja - Polder nein"

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