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Tapfheim, 18.11.2015

Polder: Überregionales Diskussionsforum "Flutpolder in Theorie und Praxis" in Mertingen

Am 11.11.2015 haben die österreichischen Mediatoren zum dritten sogenannten Hochwasserdialog nach Mertingen eingeladen. Bereits auf der Straße vor der alten Brauerei haben viele Poldergegner mit Traktoren, Pferden und vielen Protestschildern ihre deutliche Abneigung und die Bereitschaft zum Widerstand gezeigt.

Polder Veranstaltung Mertingen 1Drinnen im Saal setzten die Veranstalter wieder alles daran, die betroffenen Landwirte und Grundstücksbesitzer einzulullen und mit falschen Vergleichen in die Irre zu führen. Es wurden Beispiele von Poldern entlang des Oberrheins aufgezeigt, die aber komplett anders funktionieren als die geplanten Polder entlang der Donau. Die bisher fertig gestellten Polder am Oberrhein zwischen Basel und Bingen kosteten 1,3 Milliarden Euro. Zum Unterhalt werden jedes Jahr weitere 300.000 bis 600.000 Euro benötigt. Eine Mannschaft von 60 Mitarbeitern sorgt ständig für Wartung, Instandhaltung und entfernt den angeschwemmten Müll und Schlamm.

 

Für die geplanten Polder entlang der Donau wurde ein Einsatz alle ca. 75 Jahre geschätzt, gleichzeitig wurde eingeräumt, dass die Polder auch bei Hochwasser im unteren Verlauf geöffnet werden und nicht nur wenn am Polder ein 100-jähriges Hochwasser ansteht. Außerdem wurde auch die Probeflutung angesprochen, bei der nach der Fertigstellung des Polders bei der nächsten Gelegenheit die Polder geflutet und ausprobiert werden, um die bisherigen Computersimulationen mit der Wirklichkeit zu vergleichen. Die ökologischen Auswirkungen wurden durch Dr. Damm aufgezeigt. Er erwartet, dass alle Kleinlebewesen und Bodenorganismen komplett getötet werden. Der bestehende Bewuchs von Grünland und Ackerpflanzen würde komplett absterben, ebenso größtenteils auch Büsche und Bäume.

 

Die Wirkungsweise der Polder am Rhein erörterte Dr. Meuser. Er betonte auch, dass die Wirkung der Polder mit der Entfernung stark abnimmt. Die Steuerung der Rheinpolder erreicht ca. 70% des theoretischen Ideals, wobei auch schon mal nur 28% erreicht wurden. Die schwerwiegendste Aussage von Dr.  Meuser war aber: Technisches Versagen muss einkalkuliert werden. Das heißt, die Polder sind potentiell gefährlich und bei schlechter Steuerung wirkungslos!

 

Die nächste und letzte Veranstaltung in dieser Reihe wird am 25.11.2015 um 10.00 Uhr in Bertoldsheim stattfinden. Dort sollen dann auch die Schäden in der Land- und Forstwirtschaft aufgezeigt werden. Für Landwirte und alle anderen Poldergegner ist dieser Termin sehr wichtig!


Gerhard Kaltner

IG "Hochwasserschutz ja - Polder nein"

 

Polder Veranstaltung Mertingen 2

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IG Polder

Link zu den Internetseiten der Interessengemeinschaft "Hochwasserschutz Ja - Polder Nein"